Montag, 22. Februar 2010

Spiel und Realität


Einige Kommentare zu meinem letzten Posting haben mir den Anstoß gegeben noch einmal über die langfristige Dynamik innerhalb einer FLR  nach zu denken. Für alle die hier im Text erotisches erwarten sei an dieser Stelle gewarnt....

Für mich gibt es verschiedene wichtige Punkte die es zu klären gilt:

- komme ich mit einer Verselbständigung der Beziehungsdynamik klar ?
- führt Denial zu Frustration?
- empfinde ich nur zu Beginn der FLR die Hausarbeit als angenehm
- wie viel erotische Impulse benötige ich von außen um Frust auszuschließen?
- kann ich damit rechnen dass meine Partnerin dauerhaft die FLR weiterführt?
- ist die Wirkung einzelner Mechaniken einer Inflation unterlegen?

Die einzelnen Mechaniken funktionieren dadurch so gut das für den submissiven Mann ein gewisses Maß an sexueller Frustration, auferlegten Arbeiten oder degradierenden Handlungen als erotische Stimulation wahr genommen werden. Doch was passiert wenn das Maß hier und da überschritten wird? Was passiert wenn aufgrund äußerer Einflüsse erotische Reize eine Zeit lang aus bleiben aber die zu verrichtetenden Arbeiten bzw. nur das Denial bleiben?
Jeder Sub sollte sich darüber im Klaren sein das sich schnell Strukturen bilden die, werden sie eine längere Zeit gelebt, zu Erwartungshaltungen werden. Habe ich 1 Jahr lang den Haushalt geführt, wird meine Partnerin das später als selbstverständlich weiterhin von mir abverlangen. Ein Prozess der zumindest von meiner Seite auch bewusst akzeptiert wird. Im Englischen gibt es verschiedene Redewendungen die das ganz treffend ausdrücken: "Be careful what you ask for it might be happen" ( Sei vorsichtig mit dem was Du verlangst es könnte passieren) Eine Frage die sich jeder Sub zuvor stellen sollte bevor er beginnt zu dienen.
Dieser Prozess alleine wird wahrscheinlich für die Wenigsten, die diesen Weg einschlagen eine ernsthafte Hürde darstellen. Denn schließlich ist es ja ein gefühltes Bedürfnis zu dienen.
Aber wie kommen Gefühle überhaupt zu Stande? Gefühle werden gesteuert durch Gedanken. Ändere ich meine Gedanken ändert sich meine Gefühlswelt und damit mein Handeln. Gerade wenn es um das Thema Frust geht finde ich es extrem wichtig sich dieser Kausalität bewusst zu sein. Denn es bedeutet auch im positiven Sinn dass ich durch Gedankenhygiene in der Lage sein sollte Frustration aus eigenem Antrieb zu vermeiden!

Gedankenhygiene? Hat der Sebastian jetzt einen Pfeil im Kopf? Wird das jetzt hier zum Esoterik Blog?

Nein ich will diese theoretischen Hintergründe hier auch gar nicht weiter vertiefen. Deshalb möchte ich ein Beispiel aus der Praxis geben:

Die Woche über hat man bereits aufgrund Beruf, Familie... wenig Zeit in die Partnerschaft investieren können. Irgendwo in den nächsten Tagen gibt es aber Zeitpunkt X an dem eigentlich alles passen sollte. Nun besteht einfach die große Gefahr gedanklich diesem Tag eine viel zu große Bedeutung zu zuschreiben. Erwartungshaltungen auf zu bauen und alles auf diesen Zeitpunkt zu projizieren. Der Tag kommt, ich stecke voller Spannung und Erwartung. Meine Partnerin schlägt die Augen auf und verkündet mir dass sie den freien Tag anderweitig nutzen möchte. Auf meiner Seite stürzt plötzlich mein Fantasiekonstrukt zusammen und ich bin "gefrustet". Wo war mein Fehler? Ganz klar im Bereich der Gedanken. Ich habe voraus gesetzt das meine Partnerin in der gleichen Bedürfnislage steckt wie ich...Fehler 1. Fehler 2 ich habe zugelassen gedanklich eine Fantasiewelt auf diesen Tag zu projizieren und damit eine Erwartungshaltung aufgebaut. Damit habe ich die Grundlage selber erst geschaffen überhaupt enttäuscht bzw. frustriert werden zu können.
Nun ist das Kind aber in den Brunnen gefallen. Ich bin jetzt frustriert. Wie gehe ich damit um? Das Maß ist voll mir platzt der Kragen: "Wo bleibt denn die Aufmerksamkeit für mich... ich Putze, schrubbe, tue und mache wie der Teufel und meine Bedürfnisse kommen ständig zu kurz!"   Das laut geäußert und die Krise ist da! Und in dieser Kriese stehen sich schlichtweg zwei Menschen gegenüber in all ihrer Verletzlichkeit. Wenn ich jetzt nicht gut aufpasse kann ich hier Fehler machen die kaum wieder gut zu machen sind. In einer perfekten FLR würde die Frau jetzt sicherlich extrem dominant reagieren und den Sub wieder wie auch immer auf seinen Platz verweisen. Allein damit würde sie ihm schon wieder (je nach Ausprägung der submissivität)  genügend Reiz vermitteln um nahtlos an zu knüpfen. Nur leider ist nicht jede weiblich geführte Beziehung an diesem Punkt bereits an gekommen (meine eher auch nicht). Dafür müssen die hierarchischen Strukturen bereits enorm gefestigt sein. Häufig führen solche Auseinandersetzungen nämlich nur zu Ablehnung und Unsicherheit auf Seiten des weiblichen Parts. Nachdem mir das leider zweimal passiert ist habe ich versucht für mich das Ganze gedanklich anders an zu gehen und ich darf für mich das Resümee ziehen damit bislang ganz gut zu fahren. Ich arbeite ständig daran keine Erwartungen auf zu bauen. Ich vertraue darauf dass Elvira das Grundgerüst unserer FLR mittelfristig nicht aus den Augen verlieren wird. Ja ich betreibe ganz bewusst eine Form der Gedankenhygiene in dem ich jede Stimulation ihrerseits als Geschenk empfinde gleichzeitig aber stets versuche Handlungen ihrer Seits nicht zu erwarten. Erwartungen die ich nicht habe können nicht enttäuscht werden. Allerdings findet auch diese Denkweise irgendwann ihre Grenzen. Ich gestehe hier ganz offen das die FLR die Elvira und ich hier leben aus meiner Warte in keinster Weise altruistisch ist. Völlig selbstlos zu dienen würde beinhalten dass dabei meine Bedürfnislage unbefriedigt bliebe. Ein Wiederspruch in sich, da ich es ja war der den Anstoß zu dieser Form des Zusammenlebens gegeben hat. Wahrer Altruismus ist wohl nur bei echten Sklaven zu finden die gewaltsam gebrochen werden um ohne Rücksicht auf deren Gefühlswelt handeln zu müssen. Mit einem Menschen der Freude daran hat einen echten Sklaven so zu formen, möchte ich persönlich aber nicht unter einem Dach leben! Ich weiß ganz genau dass auf der Anderen Seite Elvira sich niemals auf eine FLR eingelassen hätte wenn sie mich dafür erst hätte brechen müssen!
Es ist für mich unverzichtbarer Bestandteil das mein Verlangen von ihr dominiert zu werden und ihr dienen zu dürfen gestillt wird. Genau hier sind für mich die Grenzen zur Frustration. Wird das Fundament dieser Beziehung nicht mehr gepflegt werde ich das Gespräch mit Elvira suchen müssen um eine Lösung für die Zukunft zu suchen. Jede gute Beziehung besteht für mich aus Geben und nehmen und dabei macht eine weiblich geführte Beziehung für mich keine Ausnahme. Sie erweckt lediglich nach außen hin schnell den Anschein einer einseitigen Konstellation. Eine gute Eheherrin im Sinne der "caring domination" ist für mich eine Frau die sich zwar zu nichts drängen lässt aber für sich ganz klar hat das es für den Erfolg der Sache auch Motivation beim Sub braucht und dies um zu setzten Weiß. Ich als Sub muss darauf vertrauen können in der sicheren Gewissheit das auch meiner Partnerin daran gelegen ist mir ein erfülltes Leben zu bereiten. Erst dieses Grund oder besser noch Ur- Vertrauen versetzt mich als Sub in die Lage kurzfristig meine Bedürfnisse den ihren unter zu ordnen. Wenn ich das kann werde ich das erste Mal den Frieden erleben, der für mich den Subspace dar stellt, in dem ich mit Freuden dienen kann. Der es mir Möglich macht mich ihr völlig hin zu geben und zu vertrauen...

Bleiben noch die Häufigkeit der erotischen Impulse und deren Inflation. Ganz nüchtern betrachtet bringt jede Form der Stimulans eine Veränderung der Hirnchemie mit sich. Diese löst positive Gefühle in uns aus und hilft uns auf Situationen adäquat zu reagieren. Die dafür notwendigen Rezeptoren reagieren irgendwann nicht mehr so schnell auf die ausgeschütteten Botenstoffe, es kommt zu einer Gewöhnung. Nun benötige ich eine höhere Dosis dieser Droge um ähnliche Effekte zu erzielen wie bislang gewöhnt. War es bislang für mich stimulierend wenn Elvira ihre hohen Stiefel trug ist halt auf Dauer nicht mehr der Bringer wenn sie die immer trägt. Ganz klar treibt uns dieser Abnutztungseffekt zu immer "extremeren" Handlungen. Daraus folgt wie so oft im Leben kann weniger hier oft mehr sein. Die Frage allerdings, wie viel Stimulation man nun aber Wirklich braucht um bei der Stange zu bleiben ist pauschal nicht zu beantworten. Meine Erfahrung dabei ist allerdings das es für mich schön ist täglich eine kleine Dosis Erotik zu spüren. Eine dominant gegebene Anweisung, ein kurzes streicheln meiner Brust oder ein scharfer Blick können mich schon über längere Zeiten ohne eine größere Session hinweg motivieren. Solange ich spüre, das unsere FLR nicht gänzlich in Vergessenheit geraten ist bin ich geduldig gleichwohl ich unendlich begehre. In dieser Gewissheit bin ich dann auch stets bestrebt meine Aufgaben gewissenhaft zu erledigen letztlich in der Hoffnung meine Königin damit auf "mehr" ein zu stimmen..

Mein Fazit:

Für mich gibt es einen Grundsätzlichen Konsens zwischen Elvira und mir. Wir beide sind ihn in vollem Bewusstsein eingegangen. Die einzige Erwartung die ich für mich noch zulasse, ist die das dieser "Vertrag" zwischen uns bestand hat. Ansonsten liegt nun alles in ihrer Hand. Sie legt Häufigkeit und Art unserer Sexualität fest und dominiert in jeder Hinsicht. Dadurch dass ich aufgehört habe Erwartungen an einzelne Zeitpunkte zu knüpfen habe ich mir selber ein großes Maß an Konfliktpotential genommen. Ich bin mir sicher, dass wir auch in Zukunft einen gemeinsamen Weg finden werden gemeinsam Glücklich zu sein.

Kommentare:

  1. Um eine FLR nicht in Vergessenheit geraten zu lassen ist das tragen eines KG`s unumdingbar. Dabei sollte die tägliche Hygiene von der Herrin übernommen werden, denn somit ist gegeben das Beide ihren Kontakt zueinnander nicht verlieren.

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  2. Ich kann "anonym" nur zustimmen. Ich bin ja im CS 100 verschlossen. Das Reinigungsritual ist in der Tat ein Moment inniger Begegnung, erfreulicherweise manchmal sogar "ergebnisoffen"...

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  3. Ich stecke im CB 2000 fest und Madam kontrolliert nur den festen Sitz des KG`s. Die Reinigung muß ich selber mit einer Kinderlution und dem Rasierpinsel vornehmen. Das klappt durch die Gitterkonstruktion ganz gut. Sollte Madam Unregelmäßigkeiten feststellen, greift sie unvorzüglich zum Rohrstock. Geöffnet werde ich höchstens alle drei Wochen, aber ein Orgasmus ist dabei nicht sicher. Mit einer Penispumpe wird mein Glied auf volle Länge und Stärke aufgepumpt und anschließent wieder verschloßen. Madam duldet keine Kritig und ich bin ihr vollkommen ergeben.

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